Schimmel im Wohnraum – mögliche Ursachen und Wirkung

Zuerst fallen kleine dunkle Pünktchen oder Verfärbungen an der Wand auf. Häufig im Bereich der Außenwände und an Raumecken. Optisch unansehnlich kann dies unter Umständen sogar gesundheitliche Schäden nach sich ziehen.

Diese Schimmelpilze sind immer und überall in der Raumluft enthalten, das ist völlig normal. Jedoch tragen verschiedene Umstände dazu bei, dass sie sich festsetzen und vermehren können.

Wie viele verschiedene Pilze, Sporen oder Schimmelarten es letztendlich gibt bleibt abzuwarten. Ständig werden neue entdeckt. Erforscht ist nur ein kleiner Teil und auch von dem weiß man noch längst nicht alles.

Gesundheitsschädlich ist nur ein Teil davon und hier hängt es ab davon, in welcher Konzentration die Sporen vorhanden sind, welche Art der Sporen vorliegt und natürlich wie lange man sich diesen Sporen aussetzt.

Zu beachten ist auch, dass bei Kindern das Immunsystem noch nicht so ausgeprägt ist wie bei Erwachsenen und die Sporen hier anders wirken können.

Schimmel beginnt ab ca. 70 % relativer Luftfeuchtigkeit sich wohl zu fühlen und ab ca. 80 % ist es nahezu unvermeidlich, dass er beginnt sich festzusetzen und zu wachsen.

Um dies zu vermeiden braucht es mehrere Voraussetzungen:

  1. Die Oberfläche sollte in der Lage sein, Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben.
  2. Günstig sind alkalische Untergründe (Silikatfarbe, Kalkputz, Kalkfarbe,…). Die Alkalität wirkt schimmeltötend.
  3. Das Haus muss bautechnisch fehlerfrei konstruiert sein. Stichwort Kältebrücke (korrekt ausgedrückt Wärmebrücke). Hier wird Wärme schneller nach draußen transportiert als an anderen Stellen.Das kann sein z.B. an Rollokästen, Heizkörpernischen oder und das ist meiner Meinung nach fast die häufigste Ursache für auftretenden Schimmel, durch Auskühlung des Mauerwerks da die Außenoberfläche größer ist als die Innenoberfläche z.b. Außenecken und Fensterleibungen.
  4. Ein vierter und mindestens genauso wichtiger Punkt ist natürlich das richtige Nutzerverhalten in Bezug auf Heizen und Lüften. Kühlt die Wand unter 13 °C ab, erhöht sich das Risiko der Schimmelbildung enorm. Besonders Fensterleibungen kühlen oft erheblich ab.

Meist tragen zur Entstehung von Schimmel mehrere Faktoren gleichzeitig bei. Hier ein Beispiel:

Schimmelfördernde bautechnische Voraussetzungen:
Schlafzimmer mit Außenecke – Wand kühlt ab und erhöhter Feuchteeintrag durch Atemluft.
Wand ist schlecht gedämmt – Wand kühlt noch mehr ab.
Wände tapeziert – Kleister enthält Zellulose = Pilznahrung.
Fenster ist sehr dicht, kein Luftaustausch,

Schimmelförderndes Nutzerverhalten
Raum wird „beschlafen“ – 2 Personen erzeugen bei 8 Std. Schlaf so viel Feuchtigkeit wie
bei 1 Stunde duschen
Raum wird nicht oder nur schwach beheizt – Wände kühlen ab
Raum wird nicht gelüftet – Feuchtigkeit bleibt im Raum
Raum ist ungünstig möbliert – Möbel blockieren die Luftzirkulation
Raum wird falsch gelüftet – zusätzliche Feuchtigkeit kommt in den Raum.
Ein einfacher Erklärungsversuch für falsches Lüftungsverhalten:
Typisch und häufig ist folgender Vorgang: Aufstehen, Fenster öffnen und lüften, wobei der Raum ohnehin schon ausgekühlt ist. Man schließt das Fenster, öffnet die Tür zur Restwohnung.

Wärmere Luft strömt ins Schlafzimmer. Warme Luft „bindet“ mehr Feuchtigkeit und dieser Überschuss kann dann gewissermaßen nicht mehr getragen werden und setzt sich an den kühlen Bereichen ab. Hohe Feuchtigkeit führt auf Dauer unvermeidlich zu Schimmelbefall.

Vorgehensweise zur Schimmelsanierung

Als erstes muss der Sporenbefall entfernt werden und dann dreht man idealerweise immer an mehreren Schrauben gleichzeitig.

Dämmung, Nährstoffe an der Wand, Lüftungs-, Heiz- und Nutzerverhalten, Gebäudezustand, mögliche direkt erkennbare Ursachen (Fallrohr defekt etc.) usw.

Eine Sanierung ohne Ursachenerkennung und -beseitigung hat meist keine Aussicht auf Erfolg